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Über Klangtypen, Hengste in Ställen, das Hüftgold der Intuition und, warum Atmos-Menschen in Mono-Systemen fast eingehen.


Der Abend, der alles auslöste

Es war ein ganz normaler Abend, am Äquinoktium (oder Tagundnachtgleiche) Fr., 20.03.2026.

Ich sass in unserem Wohnzimmer, liess prächtige Musik durch unsere Soundanlage strömen. Dies in vorzüglicher Qualität, voller Raumklang, quasi in «Dolby Atmos» und schmunzelte still vor mich hin.

Nicht wegen des Liedes, sondern weil ich mich erkannte.

In diesem Klang.
In dieser Fülle.
In diesem Gleichzeitig-von-allen-Seiten.

Wir reden ständig über Persönlichkeitstypen wie MBTI, DISG, Enneagramm, Stärken-Schwächen-Profile, etc.
Alles gut und recht, aber was, wenn das einfachste und treffsicherste Modell schon seit Jahrzehnten in unseren Wohnzimmern hängt?

Mono ➡️ Stereo ➡️ Dolby 5.1 ➡️ Dolby Atmos.

Lass mich erklären.


🔈 Mono – ein Kanal, eine Welt

Mono ist nicht schlimm. Mono ist nicht falsch.
Mono ist ein Kanal, ein Signal und ein Ball in der Luft.

Mono-Menschen denken sequenziell, Schritt für Schritt, Aufgabe für Aufgabe.
Das hat seinen Wert wie z.B. in der Chirurgie, in der Buchhaltung, in der Qualitätssicherung, an der Kasse deines Grossverteilers, etc.

Das Tückische an Mono ist, dass es für Mono-Hörer vollständig klingt, weil wer nie 5.1 erlebt hat schlicht nichts vermisst.

Just das führt zu einem der grössten Missverständnisse in Teams, Organisationen und Partnerschaften.

Mono, das sich für Stereo hält – das ist das eigentliche Problem.


🔉 Stereo – die komfortable Mitte

Zwei Kanäle. Links und rechts und damit ein gewisses Raumgefühl.

Stereo-Menschen können zuhören und sprechen, können Vernunft und Bauchgefühl abwägen. Dies zumindest an guten Tagen. 😉

Sie sind gesellschaftsfähig, balanciert, angenehm.

Sozusagen der Toyota Corolla der Persönlichkeitstypen.
Zuverlässig. Solide. Unauffällig.

Stereo ist das FM-Radio des Alltags und für viele Lebenslagen ist es absolut passend.

Für mich persönlich ist Stereo Urlaub. Maximale Entspannung. Ich dulde es. Kurz, sehr kurz.


🔊 Dolby 5.1 – der Mehrkanalmensch

Jetzt wird es interessant, zumindest für Typen wie mich.

Fünf Kanäle, simultanes Denken, mehrere Frequenzen und Perspektiven – dies gleichzeitig.

5.1-Menschen moderieren ein Meeting und hören gleichzeitig die Unterton-Dynamik im Raum.
Sie lesen einen Vertrag und spüren im dritten Absatz, wo der Haken liegt.
Sie reden mit jemandem und haben parallel drei Anschlussideen, einen Witz und eine strukturelle Verbesserung.

Dies alles, versteht sich doch von selbst, nicht nacheinander, sondern auf einmal.
Von aussen kann das chaotisch wirken. Von innen ist es Klangerlebnis.

Und dann ist da das .1.

Der Subwoofer.
Der Kanal, den du nicht hörst sondern spürst. Du spürst ihn im Bauch, in der Brust, in der Hüfte.

Das ist die Intuition.
ch nenne es liebevoll das Hüftgold.

Der Bass, der nicht wie ein Hochton in hoher Frequenz die Ohren schmerzt, sondern in tiefer Herzfrequenz durch Mauern dringt. Wie der Donner. Geil und tief, er überdauert und er überwindet Distanzen.

Wer diesen Kanal systematisch abschaltet – durch Overplanning, Rationalismus oder Angst – verliert genau das, was aus gutem Klang ein Erlebnis macht.

Ich habe das am eigenen Leib gelernt und es hat mich beinahe das Leben gekostet. Aber dazu später.


🎶 Dolby Atmos – die Dimensionsauflöser

Objekt-basierter Klang. Sound bewegt sich dreidimensional – oben, unten, diagonal und schlicht von überall.

Atmos-Menschen haben die Box nicht nur verlassen.
Atmos-Menschen haben vergessen, dass es je eine Box gab.

Für sie ist Mono keine Option sondern eine Peinigung, eine «Via Crucis» der übelsten Klasse. Wie ein Formel-1-Bolide in der Tempo-30-Zone, wo der Motor zwar läuft und die Kraft da ist, aber irgendetwas innerlich stirbt.

Ich weiss das. Weil ich einer bin.


Der Hängeregister-Aufstand – mein erster Atmos-Ausbruch

Ich war sehr jung. Frisch in einem grossen Finanzinstitut.

Das Ziel war klar: so schnell wie möglich in die IT-Entwicklung, IT-Organisation, IT-Anwenderausbildung. Mein Terrain, meine Welt.

Doch zuerst kamen die Stages. Back-Office über Front-Office und – Gott steh mir bei – Schalterdienst.

Auszahlungen. Einzahlungen. Ab und an mit einem Kunden in den Safe. *Gähn*.

Und zuvor die Lehrzeit, der Postdienst, die täglich eintreffenden Kontoauszüge vom Hauptsitz, die es zu couvertisieren oder abzulegen galt. Zig Fächer, alles vergilbt, alles muffig, alles irgendwie aus einer anderen Epoche.

Ich starb innerlich.

Und dann passierte es, ich reorganisierte das gesamte Ablagesystem.
Dies alleine, unaufgefordert, mit neuen Hängeregistern, neuen Registerreitern und frischen Etiketten.

Der Filialleiter zitierte mich. Ohne Lob.

Damals verstand ich es nicht ganz.
Heute schon, denn Mono-Systeme bestellen keine Verbesserungen, die sie nicht beauftragt haben.
Eigeninitiative in einer Mono-Organisation ist keine Tugend, sie ist eine Bedrohung.

Das Muster begegnete mir seither immer wieder, in anderen Kostümen, anderen Branchen, anderen Etagen.


Der Hengst im Stall

Erlaubt mir ein Bild.

Stell dir vor: ein Hengst in freier Wildbahn – ungezäumt, unbegrenzt, mit seiner Herde, wo der Horizont seine Grenze ist und gleichzeitig eine Einladung.

Jetzt steck diesen Hengst in einen Stall.
Stroh, Wasser, ab und an eine Karotte und, wenn es hoch kommt auch Hafer.

Was passiert?

Inneres Zittern.
Die PS werden kastriert.
Der Vollblüter wird auf einen Haflinger reduziert.

Nicht, dass der Haflinger keine Qualitäten hätte.
Der Haflinger ist ein prächtiges Tier, das zuverlässig die Kutsche zieht und in der Mühle das Korn zu Mehl mahlt.
Das braucht die Welt auch.

Aber dem Hengst hilft es nicht.

Atmos-Menschen in Mono-Organisationen sind dieser Hengst. Sie gehen ein wie eine Pflanze ohne Licht, ohne Erde, ohne Wasser.

Steve Jobs sagte es auf seine Art, als er beschrieb, dass er keine smarten Menschen einstellte um ihnen zu sagen was sie tun sollen, sondern damit sie ihm zeigten, was zu tun ist.

Wie viele Organisationen behaupten genau das und sanktionieren dann den ersten Hängeregister-Aufstand?


Das Militär und der Ranghöhere mit VIEL Deko auf den Schultern

Ich wäre nicht ehrlich, wenn ich nur von Enttäuschungen berichten würde.

Es gab Momente – seltene und kostbare – wo ein Atmos-Mensch in einer Führungsposition erkannte, was resp. wen er vor sich hatte.

Die Rekrutenschule. Das grossartigste System meines Grauens, Mono in Reinkultur, diszipliniert, uniformiert und gleichgeschaltet.

Doch dann stand da ein Ranghöherer mit viel Deko auf Schulter und Oberarm. Er war ein Atmos-Mensch, der sah, was ich war, ohne HR-Formular, ohne Kompetenzprofil, ohne 360-Grad-Feedback.

Er schickte mich auf die Rennstrecke.

Das ist Führung, die funktioniert!
Einer der eigenen Art erkennt den anderen, sofort, intuitiv und setzt ihn dort ein, wo er Wirkung entfalten kann.


Das Hüftgold und das Fast-Ende

Mein Vater gab mir eine Weisheit auf Italienisch mit, «Restando con i asini, impari a ragliare.»
Heisst so viel wie: «Wer sich mit Eseln umgibt, lernt zu iahen.»

Das gilt in alle Richtungen.
Umgib dich mit Atmos-Menschen und du wirst fliegen, denn Atmos-Menschen folgen der Maxime von «I Believe I Can Fly»!

Wirkung darf grenzenlos sein,
solange man an sich glaubt und sich mit den Richtigen umgibt.

Doch auch Atmos-Menschen haben ihre Blindstellen.

Ich ignorierte zweimal meinen .1-Kanal, mein Hüftgold und meinen Subwoofer.
Ich gab dem Kopf den Vorrang und dem Herz das Schweigen.

Das erste Mal kostete es mich fast das Leben, im wahrsten Sinne, mit Weisskitteln und allem drum und dran.
Das zweite Mal stand ich knapp vor dem Ausbrennen.

Heute sind meine Sensoren viel feiner eingestellt. Nicht perfekt – ich bin schliesslich ein Mensch und kein Humanoid – aber feiner.

Mein Frühwarnsystem ist simpel:
Ich bin von Beginn an 100% ich.

Diese Energie erträgt über kurz oder lang kein Mono-System, und das spart uns beiden Zeit.


Was Musik mit mir macht und das WD-40 des Lebens

Neulich, in einem Online-Kurs. Im Hintergrund lief Musik – coole Beats und wärmende Melodien.

Ich wippte, Summte und meine Hüfte fing an zu wackeln.

Die anderen Teilnehmenden lächelten.

Hat mich das gestört?
Peinlich gefühlt?

Klar nein. Ich bin ich.

Musik mit dem richtigen .1 ist für mich wie WD-40 ins System.
Denken, Sprechen, Handeln, Kreieren, Philosophieren, Phantasieren … alles fliesst, alles öffnet sich und alles bekommt Raum.

Das ist Atmos.
Das ist Leben in voller Auflösung.


Was ich einem jungen Atmos-Menschen sagen würde

Wenn ich heute jemandem begegne – jung, vielleicht Mitte 20, der noch nicht weiss was er ist und sich nur «irgendwie falsch» fühlt in seiner Umgebung – dann würde ich ihm «I Believe I Can Fly» vorpfeifen.

Nicht als Motivationsposter, sondern als echte Botschaft.

Du bist nicht falsch.
Du bist nicht zu viel.
Du bist nicht kaputt.

Du lebst in Atmos und bist gerade in einem Mono-Raum (zwischen)gelandet.

Das ist kein Charakterfehler, das ist eher ein Installations-Problem.

Die Lösung ist, sich mit Menschen zu umgeben, die dort sind, wo du hinwillst – die Atmos-Netzwerke zu suchen, die Diamanten-Kunden, die Atmos-Führungspersonen, die existieren und die dich genauso verzweifelt suchen, wie du sie suchst.


An alle Führungspersonen, die bis hierher gelesen haben

Falls du bis hierher gelesen hast … Respekt, dies von Herzen und Ernsthaft.

Was jetzt anders machen?

Ganz einfach. Das nächste Mal, wenn jemand in deinem Team ungefragt das Ablagesystem reorganisiert, frag – bevor du zitierst. Vielleicht hat er dir gerade gezeigt, was zu tun ist.


Zur Coda – Ich bin ich und das ist gut so

Ich gehe unbeirrt vom Lärmen der Welt meinen Weg.
Dies selbstverständlich nicht, weil ich arrogant bin, sondern weil ich weiss, wer ich bin und welchen Klang ich in die Welt bringe.

Ich bin Maurizio, Gründer von tondolo.ONE und passionierter Metaformist.

Ich denke in Dolby Atmos.
Ich arbeite in Dolby Atmos.
Ich lebe in Dolby Atmos.
Ich liebe Dolby Atmos.

Zu mir passen Kunden, Partner und Gesprächspartner, die dasselbe tun.

Die gibt es. Sie haben mich schon lange gesucht und nun jetzt wissen sie, wo sie mich finden. 🥂

PS:
Coda heisst auf Italienisch Schwanz und ja, auch Stau.
In der Musik ist sie der letzte, abschliessende Teil eines Stückes.
Der Moment wo alles nochmals zusammenkommt und in Würde ausklingt.
Beides passt hier, denn Atmos-Menschen stehen nie lange in der Kolonne und wenn sie gehen, dann mit dem vollen Orchester im Rücken.

La vita è bella! 😎
Herzlichst, dein Gedanken-Niederschreiber und passionierter Metaformist.


Maurizio Tondolo ist Gründer von tondolo.ONE GmbH, einer Schweizer Beratung für Projekte, die steckengeblieben sind oder schwer zu realisieren scheinen. Als Metaformist wirkt er auf der Meta-Ebene. Er gestaltet Strukturen, Ideen und Menschen. Immer in Dolby Atmos und immer 100% er selbst.


Ja, da war doch noch etwas….
Falls du auf LinkedIn mit mir über dieses Thema in den Kommentaren sinnieren magst, dann gelangst du mit klick auf den Link gleich hier rechts direktenweges dahin: https://www.linkedin.com/pulse/mono-stereo-oder-dolby-atmos-welchem-klang-lebst-du-maurizio-tondolo-jhwge